22.07.2008
Betreuung durch eine Hebamme während der Schwangerschaft
Normalerweise ist es wohl so, dass man durch einen Schwangerschaftstest zuhause so um die 5. Woche den Grund für die ständige Übelkeit oder die ausbleibende Regelblutung (oder beides) erfährt. Anschließend vereinbart man einen Termin bei der Frauenärztin und gerät als berufstätige Schwangere in den Stress Beruf und Schwangerschaftsvorsorge miteinander zu vereinbaren. Man hat vielleicht noch zusätzlichen Stress mit den Kollegen weil man sich Sprüche anhören muss wie: “Arzttermine kann man auch außerhalb der Arbeitszeit legen.” – was stimmt, wenn man denn einen solchen Termin bekommen kann. Dann muss man mit der Zeit die schmerzhafte Erfahrung machen, dass Ärzte grundsätzlich an Kranken und nicht an Gesunden verdienen. Kaum eine Schwangere kommt da ohne zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen diverser Art aus. Die Ärztin will schließlich auf Nummer sicher gehen, es sei ja nur zur eigenen Sicherheit UND sie verdient schließlich daran. Was man nicht vergessen darf (und nicht unterschätzen sollte).Aber man kann sich natürlich auch mal zurücklegen und sich DAS einmal in aller Ruhe vor Augen halten, was man ohnehin mehrmals in der Schwangerschaft zu hören bekommt: “Schwangerschaft ist keine Krankheit”. Dann stellt man sich die vielen Frauen der Naturvölker in Afrika und Südamerika vor und fragt sich: wie machen die das so ganz ohne Ultraschall, Blutuntersuchungen, CTG, etc. Wenn man sich in einer Frauenarztpraxis so ein richtig schönes schlechtes Gewissen einreden läßt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass in ganz Afrika nur schwer behinderte Kinder zur Welt kommen können, so ganz ohne medizinische Vorsorgeuntersuchungen.
Und dann geht es auch ganz anders: Schwangerschaftsbetreuung durch eine Hebamme. Wie das geht? Ganz einfach! Man nehme ein Telefonbuch und suche nach Hebammen in der Umgebung. Dann spricht man mit ihr und klärt erst einmal, ob sie überhaupt eine Schwangere in der Vorsorge betreut wenn ja, merkt man während des Gespräches meist schon recht schnell wie man mit ihr zurecht kommt. Und dann vereinbart man den ersten Termin. In der Regel findet der dann gemütlich im eigenen Wohnzimmer statt, die Atmosphäre ist keine klinische und man bekommt auch nicht das Gefühl krank zu sein und zum Arzt zu müssen. Dabei ist die Vorsorge grundsätzlich die gleiche. Und das Schöne: die Termine lassen sich in aller Entspanntheit gut am Feierabend oder Wochenende wahrnehmen.
Ich hatte mich so ca. ab dem 5. Monat für eine Betreuung durch eine Hebamme entschieden und weiß ganz sicher: Sollte es noch eine Schwangerschaft geben, dann gibt es für mich definitiv von Anfang an eine Schwangerschaftsbetreuung durch “meine” Hebamme. Das heißt ja nicht, dass man nicht auch einen Ultraschall beim Arzt machen kann oder ähnliches. Aber eine Hebamme wird einem keine Untersuchung aufschwatzen, die sie für unnötig hält, denn: sie kann sie nicht durchführen und verdient deshalb auch nicht daran! Und die Hebamme weiß, wo ihre Grenzen sind. Hat sie etwas festgestellt, was Anlass zur Sorge ist, wird auch sie entsprechende ärztliche Untersuchungen veranlassen oder für die Einweisung ins Krankenhaus sorgen. Und gerade in solchen Fällen sollte man berücksichtigen: die Ärztin hat ihre festen Sprechzeiten, die Hebamme ist meist 24 h erreichbar!
Außerdem gilt: Eine einmal bei einer Hebamme begonnene Schwangerschaftsbetreuung kann jederzeit beim Arzt fortgesetzt werden und umgekehrt, die Termine können auch abwechselnd wahrgenommen werden. Die Krankenkasse zahlt beides und die Hebamme kann direkt mit der Krankenkasse abrechnen und braucht keine Überweisung.
Mein Tipp: Einfach mal ausprobieren !!!




das hört sich am besten an….werd ich bei meinem zweiten sicherlich probieren.