29.07.2008
Schlafverweigerung
Vielleicht ist das euch auch schon einmal passiert: das sonst so liebe Baby zeigt eine totale Schlafverweigerung und schreit den ganzen Tag. Ob es nun daran liegt, dass es zunehmend mehr von seiner Umwelt wahrnimmt und Angst hat, etwas zu verpassen. Oder ob es an einer Reizüberflutung liegt. Und was nun? Was meinem Kleinen geholfen hat, ist das was sonst auch hilft: zur Ruhe kommen, Augen schließen und schließlich einschlafen. Klingt banal. Ist das Baby aber erst einmal so richtig gereizt, schafft es diese Schritte nicht mehr allein und braucht die Hilfe von Mama.
Schritt 1 – zur Ruhe kommen
Fernseher aus, Radio aus und auch sonst alle weiteren störenden Quellen beseitigen. Stattdessen eine Atmosphäre schaffen, die das Baby zur Ruhe kommen läßt. Hilfreich ist ein Schlafritual. Möglich ist ein Schlaflied selbst gesungen, oder von CD (siehe meinen Beitrag zur CD von Nena), eine Spieluhr oder was euch sonst noch einfällt. Ein Nuckel kann eine zusätzliche Hilfe sein. Außerdem sollte das Baby dort hingelegt werden, wo es auch einschlafen soll. Ist es erst einmal ein wenig zur Ruhe gekommen ist das Umlegen an einen anderen Ort nur störend.
Schritt 2 – Augen schließen
Hat sich das Baby erst einmal so richtig eingeschrien, wird es sich von der ruhigeren Umgebung zunächst noch nicht beeindruckt zeigen. Stattdessen zeigt es sich uneinsichtig und schreit weiter. Die Augen sind weit aufgerissen. Und jetzt? – Augen schließen! Als mein Sohn nur wenige Wochen alt war, reichte es, wenn ich sanft mit einem Finger über die Stirn gestrichen habe, schon waren die Augen geschlossen. Heute sind weitere Hilfsmittel erforderlich. Dies kann z.B. ein Spucktuch oder ein weiches Spielzeug sein. Dieses lege ich so auf die Augen, dass diese mit Sicherheit bedeckt sind und geschlossen werden. Dabei darf selbstverständlich kein Druck ausgeübt werden und die Nase muß vollständig frei bleiben. Wichtig ist, dass das Baby die Augen nicht wieder öffnet. Es darf aber keine Stresssituation auftreten, sonst erreicht man das Gegenteil. Sanftes Streicheln über die Stirn mit einem Finger kann helfen. Mit geschlossenen Augen wird das Baby mit der Zeit ganz automatisch ruhiger werden.
Schritt 3 – einschlafen
Das kann dauern. So manches Mal habe ich die Spieluhr mehr als 10x aufziehen und das Tuch gefühlte 100x zurechtrücken müssen. Kämpft das Baby an einem Tag mit aller Kraft gegen den Schlaf an, kann es sein, dass die Schritte 1 bis 3 länger als eine Stunde dauern. Zwingende Voraussetzung für den Erfolg ist aber, dass das Baby auch wirklich müde ist. Kaum Aussicht auf Erfolg gibt es, wenn das Baby schlafen soll, nur weil Mama es möchte.
Auf jeden Fall wünsche ich euch allen an einem Tag mit “Schlafverweigerung” starke Nerven und VIEL GLÜCK!!!




Wie die optimale Schlafumgebung für Ihr Baby aussehen sollte, wird in der Online-Version der gleichnamigen Broschüre sehr gut beschrieben. Zusätzlich bietet die Seite sehr viele Informationen rund um das Thema Schlaf.