Sylvia

Dem Kind geht’s gut und Dir?

Alle drei bis vier Stunden das Baby stillen bzw. füttern, anschließend wickeln. Das Baby baden, die Wäsche waschen und bügeln. Dann vielleicht noch einkaufen, Essen kochen, die Fenster putzen, die Wohnung saugen, etc. Anschließend spuckt das Baby noch sein Bettchen voll und man kann neu beziehen und die Eltern rufen zum dritten Mal am Tag an um zu fragen, ob es dem Neugeborenen auch wirklich gut geht. Und wie geht es der Mutter dabei?

Es gibt wohl kaum eine frisch gebackene Mutter, bei der die Nerven nicht irgendwann blank liegen oder es stellt sich die Frage, wo man selbst bleibt. Die wenigsten werden in ihrer Mutterrolle derart aufgehen, dass sie in Wickeln und Co. das reinste Vergnügen sehen.

Auch ich habe mit Sicherheit kein Patentrezept, aber vielleicht helfen meine Tipps ja der ein oder anderen.

  • Frei nehmen
    Mit dem Partner könnte man einen Abend (oder mehrere) pro Woche vereinbaren, an dem man “frei” hat. An diesem Abend kümmert sich der Partner um das Kind und es bleibt Zeit, um sich mit einer Freundin zu treffen, shoppen zu gehen, einen Sprachkurs zu besuchen, Sport zu treiben oder ähnliches. Wichtig dabei: vom Alltag abschalten und mal nicht an das Kind denken. Vielleicht entscheidest Du Dich für einen Rückbildungskurs. Wenn der zu Ende ist, könntest Du diesen Tag und den Zeitraum weiter für Dich nutzen. Ein fester wöchentlicher Termin hilft, eine gewisse Routine zu schaffen.
  • Kleine Freiräume schaffen
    Gibt es eine Lieblingsfernsehsendung oder ähnliches? Dann sollte man die Gewohnheit nicht dem Baby opfern. Das Kind könnte vorher noch einmal gefüttert und schlafen oder unter das Spielcenter gelegt werden. Ich gebe zu, man schafft es nicht immer. Kaum hat die Lieblingssendung angefangen schreit das Baby, obwohl es zuvor gefüttert wurde und auch die Windel ganz frisch ist. Aber hin und wieder wird es klappen und das sollte man genießen!
  • Zeit mit Baby genießen
    Das Leben besteht nicht nur aus Windeln wechseln und Wäsche waschen. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die Mutter und Kind gemeinsam genießen können. Babyschwimmen, Babymassage, PEKip etc. sind nur einige Beispiele. Vielleicht kennst Du andere Mütter und ihr trefft euch regelmäßig zum Frühstücken oder Kaffee trinken? Dabei könnte man auch Erfahrungen austauschen.
  • Liegen lassen
    Einfach mal die Wäsche, Wäsche sein lassen! Nicht immer muss alles gleich gewaschen werden und auch dem Gast sollte klar sein, dass es in einem Haushalt mit Baby oder Kleinkind nicht aussieht wie im 4-Sterne-Hotel. Da darf das Bad auch nicht geputzt sein, die Babywäsche der letzten Woche ungewaschen im Korb liegen und außerdem stolpern nur die Ungeübten über das herumliegende Spielzeug. Loslassen und etwas liegen lassen müssen die meisten unter uns wohl erst lernen. Aber es geht. Und man kann gar nicht früh genug damit anfangen! Die entspannte Mutter ist Profi im Liegenlassen! Das soll jetzt ganz bestimmt keine Anleitung für ein wochenlanges Tragen von Babybodies werden. Nur zwei Dinge haben mir geholfen:
  1. Prioritäten schaffen (z.B. Baby hat Prio 1, Wäsche waschen hat 6., Fenster putzen 1005. Priorität. – Die Prio 2 hat der Partner und die gemeinsamen Essen, die Nr. 3 bis 5 wurden ersatzlos gestrichen.)
  2. Dinge gelassen sehen (nicht: die Wäsche muss noch gewaschen werden, sondern: wenn ich das nächste Mal in den Keller gehe, könnte ich ja die Wäsche mitnehmen – vielleicht – wenn ich dran denke!)

Depressive Verstimmung

Wer über einen längeren Zeitraum eine depressive Verstimmung verspürt oder das Gefühl hat, ständig ausgebrannt zu sein, sollte den Weg zum Arzt nicht scheuen. Eine psychologische Betreuung nach Schwangerschaft und Geburt ist keine Seltenheit, auch wenn kaum einer darüber redet. Es ist nicht so einfach, einen geeigneten Arzt, Psychologen oder Psychiater zu finden. Manchmal sind die Wartelisten zudem lang. Bitte nicht davon entmutigen lassen. Auch für eine Psychotherapie gilt: man gewinnt ein wenig Ruhe und hat feste Zeiten einfach mal ohne Kind, so dass man die dauerhafte Verantwortung für einen Moment abstreifen kann. Einen Psychotherapeuten findet man unter: www.therapie.de oder www.psychotherapiesuche.de und natürlich auch unter www.gelbeseiten.de und auch der Arzt hat meistens eine Liste parat. Die meisten Therapeuten können direkt aufgesucht werden, da sie direkt mit der Krankenkasse abrechnen können, manche benötigen einen Überweisungsschein vom Arzt. Viele arbeiten aber auch nur mit Privatpatienten. Dies alles sollte im Rahmen der ersten telefonischen Kontaktaufnahme geklärt werden.

Vielleicht fällt Dir noch etwas ein? Würde mich über einen Kommentar freuen!

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