22.08.2008
Entwickelt sich mein Baby richtig? Ist es zu groß / zu klein?
Immer wieder erwischen sich Eltern dabei, ihr Baby mit anderen zu vergleichen. Klar, auch mir geht es so. Ist es größer oder kleiner als gleichaltrige Babys? Hat es seit der letzten U alle Entwicklungsschritte gemacht, die in der nächsten U beim Kinderarzt überprüft werden?
Dabei sollte man sein Kind so akzeptieren wie es ist. Nicht alle Kinder passen in die Schemata, die von Wissenschaftlern erstellt und von Ärzten angewandt werden. Und das ist auch gut so! Was wäre die Menschheit, wenn alles in ein “Schema F” passen würde.
Hilfreich ist es, wenn der Kinderarzt bei einer Abweichung von der Norm ruhig bleibt. Mein Sohn konnte bei der U3 den Kopf aus der Bauchlage nicht heben. Zwei Tage später konnte er es dann doch. Dafür hat ihn bereits wenige Tage nach der Geburt jede optische Veränderung brennend interessiert. Den Kopf selbst zu halten, war auch nach knapp vier Monaten noch ein Problem. Dem Geräusch einer Klingel mit dem Blick zu folgen war für ihn mit vier Wochen sehr, mit sechs Wochen aber überhaupt nicht mehr interessant. So hat jedes Kind seine Stärken und seine Schwächen. Es gilt die Stärken des Kindes zu erkennen und zu fördern. Tun sich Schwächen auf, kann und sollte man denen begegnen, aber nicht versuchen, das Baby zu “verbiegen” oder etwas erzwingen.
Gibt es keine sonstigen Auffälligkeiten und nimmt das Baby zu, sollte man auch der Größe und dem Gewicht des Babys keine zu große Bedeutung beimessen. Nicht jeder wird 1,80 m, gleichzeitig sind 2,00 m heute keine Seltenheit mehr.
Ich hoffe man versteht mich hier nicht falsch. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Abweichungen in der Entwicklung eines Babys, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Daher empfehle ich auch dringend die sogenannten “Us” in jedem Fall wahrzunehmen. Gibt es tatsächlich ein gesundheitliches Problem kann eine schnelle Behandlung unter Umständen helfen, Schlimmeres zu vermeiden. Nur bitte nicht jedes Wort des Kinderarztes auf die Goldwaage legen. Manches ist einfach nicht so schlimm, wie es sich für die Mutter / den Vater zunächst anhören. Und selbst wenn sich eine Entwicklungsstörung feststellen läßt, sollte das Kind so genommen werden wie es ist. Auch behinderte Kinder können glückliche Kinder sein!



