Sylvia

Ein Kinderwagen soll her

Wenn man sich einen Kinder- oder Sportwagen anschaffen möchte, kommt irgendwann der Gang in das Fachgeschäft. Und da stehen sie dann, die drei- oder vierrädigen Wagen mit oder ohne Schirm und sonstiges Zubehör in braun oder blau, einfarbig oder gestreift.

Die Stiftung Warentest hat eine ganze Reihe von Artikeln zu den Kinderwagen veröffentlicht. Diese kann man sich in einer ruhigen Minute anschauen und die Ergebnisse in seine Entscheidung einfließen lassen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man den Wagen in erster Linie richtig vor Ort testen sollte. Ganz bewußt habe ich mich für ein Geschäft entschieden, das über eine “Teststrecke” verfügt. Dort konnte man solange man wollte mit den Wagen Bürgersteige hoch und runter fahren und auch auf Kopfsteinpflaster testen. Nur eines fehlte in der Teststrecke: nicht befestigter Boden. Und genau liegt da heute mein Problem: Ich habe mich für einen 4-rädigen-Wagen mit kleinen Rädern vorn und großen hinten entschieden. Bei groben Unebenheiten verhaken sich die kleinen Räder. Dreht man den Wagen um und fahren die großen Räder voraus, kann man das Problem umgehen.

Meine Testfahrten haben bei den anderen Modellen zu den folgenden Ergebnissen geführt:

Modell mit 3 Rädern

Diese Wagen kippen relativ leicht, wenn man z.B. eine Bordsteinkante hinauf (oder hinunter) fahren möchte, da beim Aufsetzen vorne mit dem einen Rad die Balance nicht besonders gut gehalten werden kann. Abgesehen von der Überwindung der Bordsteinkanten, läßt sich ein 3-rädiger Kinderwagen jedoch in der Regel sehr gut lenken. Er wirkt alles andere als “steif” und die meistens gleich großen Räder machen bei Unebenheiten im Boden keine Probleme.

Modell mit 4 gleich großen Rädern

Hier trifft man auf das absolute Gegenteil gegenüber dem 3-rädigen Wagen. In der Regel wirkt dieser Wagen relativ steif, insbesondere, wenn die Vorderräder nicht lenkbar, sondern fest sind. Bei Kurvenfahrten muss dann immer wieder korrigiert werden, was schnell zu einem Kraftakt wird. Dafür ist dieses Modell in der Regel sehr stabil. Bodenunebenheiten werden ebenso problemlos überwunden wie Bordsteinkanten.

Modell mit 2 großen Rädern hinten und 2 kleinen Rädern vorn

Für diese Variante hatte ich mich entschieden, weil es gewissermaßen eine Kompromisslösung zwischen den beiden vorangegangenen Modellen war. Die kleinen Räder vorn sind dabei in der Regel lenkbar, dass heißt, sie machen jede Drehung problemlos mit. Eine Kurvenfahrt oder Richtungsänderung wird dadurch problemlos mitgemacht. Bordsteinkanten sind ebenfalls kein Problem, allerdings mit der Einschränkung, dass die Bordsteinkante im 90 Grad Winkel angefahren werden muss. Bei einem schrägen Auffahren können die kleinen Räder an der Kante hängen bleiben. Bei starken Bodenunebenheiten fahren sich die kleinen Räder ebenfalls schon einmal darin fest und der Wagen kommt zu einem abrupten Stillstand. Fährt man dieses Modell rückwärts hat man dann das Problem, dass es einer Art Rückwärtsfahren im Auto gleichkommt, da die dann vorn fahrenden großen Räder fixiert sind und die flexiblen Hinterräder nach links und rechts regelrecht “ausbrechen” wollen. Vorteilhaft ist es, wenn man hierfür die kleinen Räder fixieren kann. Dann fährt sich diesen Modell ebenso wie ein Wagen mit 4 gleichen Rädern ohne “Lenkhilfe”.

Insgesamt kann ich nur empfehlen, alle möglichen Modelle einmal “Probe zu fahren”. Ich wünsche auf jeden Fall viel Glück bei der Entscheidung. Aber in einem könnt ihr euch sicher sein: egal für welchen Wagen ihr euch entscheidet. Ihr findet später garantiert etwas, was euch daran zweifeln läßt, dass ausgerechnet dieser Wagen die richtige Entscheidung war.

Ganz liebe Grüße

Eure Sylvia

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