28.09.2008
Welche Babyflasche für das Baby
Wer vor dem Regal im Supermarkt oder Babyfachmarkt steht, hat die Qual der Wahl: welche Babyflasche für das Baby?
Es gibt Flaschen aus Kunststoff oder Glas, die Nuckel sind aus Silikon oder Kautschuk. Und dann gibt es noch Tee-, Milch- und Breisauger und das Ganze je nach Alter des Kindes in verschiedenen Größen. Wem das noch nicht reicht, der hat die Wahl zwischen kleinen schmalen, langen schmalen oder breiten Flaschen und das alles selbstverständlich von verschiedenen Herstellern. Und jetzt?
Glasflasche oder Flasche aus Kunststoff
Für das Baby soll es natürlich nur das Beste sein und Glas ist besser als Kunststoff, so eine sehr häufige Meinung. Insbesondere die Diskussion um Bisphenol-A in PC-Flaschen läßt einen zu der Glasflasche greifen. Allerdings gibt es ein gutes Argument für die Plastikflasche, denn sie geht nicht kaputt, wenn sie auf den Boden fällt. Und eines ist sicher: sie wird irgendwann das erste Mal auf dem Boden liegen! Eine Alternative bietet die PP-Flasche, die (angeblich) kein Bisphenol-A enthält. Hierzu bitte die Hinweise auf der Flasche beachten. Ist keine Angabe auf der Flasche zu finden, handelt es sich wahrscheinlich um eine PC-Flasche.
Flaschengröße (Füllmenge)
Hier kommt es ganz stark auf den Verwendungszweck an. Wird in den ersten Monaten voll gestillt und nur hin und wieder ein Fläschchen geboten und später ein Tee damit gereicht, sind kleine Flaschen vollkommen ausreichend und auch für unterwegs leichter irgendwo zu verstauen. Wird allerdings Fertigmilch verwendet kommt man in den ersten Wochen noch prima mit den kleinen Flaschen zurecht. Spätestens aber ab dem 4. Monat kommt man mit den kleinen Flaschen nicht mehr aus. Dann sind Flaschen mit mehr als 200 ml Inhalt erforderlich.
Weithalsflaschen oder schmale Ausführungen
Grundsätzlich ist die Flaschenbreite egal, es kommt vielmehr auf die Füllmenge an. Allerdings habe ich schlechte Erfahrungen mit den Plastikflaschen mit kleinerem Durchmesser der Marke “NUK” gemacht. Diese neigen leider dazu undicht zu sein, wenn auch nur ein wenig Milchpulver an das Gewinde des Flaschenhalses kommt. Diesen Mangel konnte ich z.B. bei den Flaschen der Marke “Baby Love” nicht feststellen. Allerdings trat das Problem bei den schmalen Glasflaschen und auch bei den Weithalsflaschen der Marke “NUK” ebenfalls nicht auf. Aufpassen sollte man allerdings beim Kauf eines Vaporisators. Es gibt Geräte, die nicht für Weithalsflaschen geeignet sind.
Der Sauger
Zunächst einmal ist es zu empfehlen, dass man die Größe des Saugers an das Alter des Kindes anpaßt und die Herstellerangaben beachtet. Ob man sich für einen aus Kautschuk oder Silikon entscheidet, ist grundsätzlich egal. Allerdings wurde mir von meiner Hebamme die Variante aus Naturkautschuk empfohlen. Diese Empfehlung möchte ich hier ohne Kommentar weitergeben. Nur so viel: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Sohn diesen Naturstoff sofort akzeptiert hat, die Silikonvariante jedoch gar nicht. Die Sauger gibt es in den Größen S=small, M=middel, L=large. S steht dafür für den Teesauger, der aber natürlich auch für Wasser verwendet werden kann. M ist der Milchsauger, der insbesondere bei Fertigmilch verwendet wird. L ist für Breie gedacht, wobei diese in der Regel mit dem Löffel gegeben werden. Diese Anschaffung wird daher wohl nur in seltenen Fällen greifen. Gegen einen Sauger aus Kautschuk könnte allerdings eine Latexallergie sprechen.
Der Hersteller
” Es ist doch egal, von welcher Firma ich die Flasche kaufe – Flasche ist Flasche !” Wer meint, dass diese Aussage stimmt, ist auf dem Holzweg! Ich habe festgestellt, dass es sehr große Unterschiede zwischen den Herstellern gibt. Hier sollte man sehr stark auf die Bedürfnisse des Kindes achten und danach den Hersteller auswählen.
NUK-Flaschen: Insbesondere die Nuckel sind der Mutterbrust sehr stark nachempfunden. Ein Wechsel von Brust zu Flasche wird bei diesen Saugern vom Baby meistens relativ gut toleriert. Die Durchlaufgeschwindigkeit der Flüssigkeit ist relativ gering und ebenfalls der der Brust verhältnismäßig gut nachempfunden. Trinkfaule oder schwächere Babys tun sich jedoch schwer mit diesen Flaschen und ermüden beim Trinken.
BABY-LOVE Serie (dM-Eigenmarke): Die Durchlaufgeschwindigkeit der Flüssigkeit ist hier deutlich höher als bei den NUK-Flaschen. Die Akzeptanz der Flaschen von Stillbabys ist daher meistens schlechter bzw. die Akzeptanz der Brust nach Einsatz der Flasche. Das leichte Saugen kommt aber schwächeren Babys sehr zu Gute. Sie trinken mit diesen Flaschen in der Regel mehr, da es für sie weniger anstrengend ist und sie weniger schnell vor Erschöpfung einschlafen.
Bei Stillbabys, die zusätzlich Fertigmilch benötigen und bei denen es Schwierigkeiten mit den handelsüblichen Flaschen gibt oder für den Fall, dass aus welchen Gründen auch immer, zuerst mit der Flasche gefüttert werden soll und das Stillen an der Brust erst später erfolgen kann, empfehle ich eine Milchflasche der Marke “Meleda” aus der Apotheke. Die Durchlaufgeschwindigkeit der Milch läßt sich bei dieser Flasche einstellen und das Baby muss sich bei der kleinsten Stufe genauso anstrengen, als wenn es an der Brust saugen würde. Der Unterschied von Brust zu Flasche und umgekehrt ist hier am Geringsten. Leider ist diese Flasche auch die teuerste (um die 20 EUR).
Weitere Flaschen habe ich bisher nicht getestet.
Zu dem Thema “Babyflasche” gibt es mit Sicherheit noch viel mehr zu sagen. Über Kommentare anderer Mütter würde ich mich daher sehr freuen!



