Es hat lange gedauert, aber endlich hat es sich auch unter Medizinern herumgesprochen: Männer und Frauen sind nicht gleich. Klingt zunächst vielleich lustig, in der Praxis ist es das aber ganz und gar nicht.

Gemäß dem Artikel “Krank und Frau – Der große Unterschied” aus dem Magazin “leben” der SBK Ausgabe 4/08 haben Frauen z.B. andere Symtome bei einem Herzinfarkt als Männer. Folge: 55% der Frauen sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber nur 45% Männer. Umgekehrt können auch Männer Brustkrebs bekommen, der wird aber in den seltensten Fällen rechtzeitig entdeckt. Folge: 180 Männer sterben hierzulände jährlich an Brustkrebs. Beide Fälle haben eines gemeinsam: die Diagnose wird sehr häufig falsch gestellt.

Mir drängt sich dabei die Frage auf: warum erst jetzt? Die Tatsache, dass sich die Patientenzeitung einer Krankenkasse mit dieser Thematik im Jahr 2008 beschäftigt treibt mir Angstschweiß auf die Stirn. Wenn die Medizin es bis zum Jahr 2008 nicht geschafft hat, Geschlechterunterschiede in der Medizin aufzudecken, möchte ich gar nicht wissen, was noch alles im argen liegt. Auch wenn man es fast schon gar nicht wissen möchte, wird man in dem gleichen Artikel gleich noch ein bißchen weiter informiert: Frauen wurden in der Vergangenheit während der Wechseljahre häufig mit Hormonen behandelt. Im Jahr 2002 deckte eine WHI-Studie auf, dass die Hormontherapie mehr schadet als nutzt. Heute findet daher nur noch ein geringerer Hormoneinsatz statt. Und was ist mit all den Frauen, die in dem Glauben, dass ihnen geholfen wird, die Hormone geschluckt haben? Man sollte wohl besser gar nicht darüber nachdenken.

Die Intension der Veröffentlichung des Artikels seitens der SBK, bestand wahrscheinlich darin, die aus ihrer Sicht herausragenden Neuerungen der Medizin anzupreisen. Für mich persönlich ist das jedoch eher das Eingestehen von Unzulänglichkeiten in der Vergangenheit. Hier wäre wohl eher eine Entschuldigung gegenüber den Geschädigten angebracht, als eine Anpreisung der aus meiner Sicht nur scheinbar völlig neuen Errungenschaft.

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Ein Kommentar zu “Medizin: Männer sind anders – Frauen auch”

  1. Tinoam 28.12.2008 um 23:37

    Ich denke auch und stimme Dir da ganz klar zu, dass da Fehler gemacht sind!

    Aber das jetzt 180 Männer an Brustkrebs jedes Jahr sterben hätte ich nicht gedacht… muss eherlich gestehen noch gar nicht daran gedacht zu haben!

    Gruß
    Tino

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