05.02.2009
Spielen mit Babys von 1 bis 6 Monaten
Es ist gerade in den ersten Monaten nicht immer einfach, das richtige Spielzeug oder eine geeignete Spielmöglichkeit für bzw. mit dem Baby zu finden. Hier möchte ich einmal auflisten, was mir so eingefallen ist. Wem noch mehr hierzu einfällt kann sich gerne melden. Ich freue mich über jeden Kommentar.
1. Monat
Im ersten Lebensmonat zeichnen sich Babys vor allem durch eines aus: sie unterbrechen ihren Schlaf zum Essen und das Essen um zu schlafen. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, mit dem Kind in diesem Alter zu spielen. Allerdings fängt es von Tag zu Tag an, sich mehr für seine Umgebung zu interessieren. Die Blume vor der Fensterbank kann da das plötzliche Interesse genauso wecken, wie das Bild an der Wand.
Ich bin von den Spielbögen oder Spielecentern absolut überzeugt und kann sie bereits ab diesem Zeitpunkt empfehlen. Diese geben der Mutter die Möglichkeit, das Kind zwischendurch mal abzulegen, ohne es ins Bett legen zu müssen und dem Kind die Möglichkeit, ein erstes Spielzeug wahrzunehmen. Für den Kinderwagen kann man z.B. eine Holzkette zulegen, so dass das Auge des Kindes auch hier etwas zum Wahrnehmen hat. Darüber hinaus wird das Baby in diesem Alter nur sehr geringes Interesse entwickeln.
2. Monat
Die Wahrnehmungsfähigkeit des Kindes nimmt langsam aber sicher zu. Trotzdem ist sie gegenüber dem ersten Lebensmonat noch nicht derart gesteigert worden, dass die Spielmöglichkeiten deutlich erhöht werden können. Weiterhin empfehle ich das Spielecenter und eine Holzkette für den Kinderwagen. Die ersten Stofftiere kann man dem Kind zeigen, es wird allerdings noch wenig Interesse dafür zeigen.
3. Monat
In diesem Monat wird die Wahrnehmung differenzierter. Nach einem Stofftier wird jetzt schon mal gegriffen und die verschiedenen Bestandteile der Wohnung wie Möbel, Teppiche, etc. werden wahrgenommen und genau angeschaut. Das Spielecenter wird nun langsam erkundet und ist nicht mehr so sehr ein reiner “Aufbewahrungsort” für das Baby, sondern wird zu einem echten Spielgerät. Kleinere Stofftiere können in Anwesenheit eines Erwachsenen genutzt werden. Die Kette am Kinderwagen wird ebenfalls genauer inspiziert und vielleicht auch angefaßt.
4. Monat
Das Interesse für die Umgebung nimmt weiterhin zu. Die Hände werden häufiger genutzt, das Kind fängt vielleicht auch schon an, sich zu drehen. Schön, wenn man eine Spieledecke hat, die Geräusche macht und die Bewegungen des Kindes entsprechend “kommentiert”. Jetzt werden auch Stofftiere zunehmen interessanter, die Geräusche machen. Mit dem Größenwachstum des Kindes dürfen auch die Stofftiere zunehmend größer ausfallen, müssen es aber nicht.
Je geräuschvoller der Spielgegenstand, desto interessanter ist er in jedem Fall für das Kind. Elektronische Spielecenter sind der Hit beim Baby, aber nicht unbedingt bei den Eltern. Spielen mit den Eltern ist aber auch zunehmend interessant und diese Zeit sollte man sich täglich ab diesem Monat nehmen.
5. Monat
Langsam aber sicher kann man das Spiel mit dem Baby gehaltvoller gestalten. Es fängt an, sich für Bewegungen zu interessieren. Man kann es “fliegen” lassen, Bewegungen eines Balles werden verfolgt, auch wenn es den Ball noch nicht fangen kann. Es versteht das Versteckspiel und man nach einer kurzen Eingewöhungsphase mit ihm “Wo ist das Baby” spielen, in dem man es unter einem Tuch kurz versteckt und dann das Tuch wegzieht. Gleichzeitig kann man dabei auch den richtigen Umgang mit einem Tuch, oder einer Decke üben. Immerhin kann sich das Baby jetzt auch eine Decke selbst über den Kopf ziehen, unter Umständen gerät es aber anschließend darunter in Panik und erstickt, weil es nicht weiß, dass es die Decke auch wieder wegziehen kann. Im Spiel kann das Kind für den Ernstfall trainiert werden.
6. Monat
Das Baby kennt nun die Spielsachen, die ihm täglich überlassen werden. Fragt man nach einem bestimmten Stofftier, wird es sich danach umsehen, sofern ihm die Begriffe geläufig sind. Auch beginnt das Baby sich für Bücher, insbesondere für das Umblättern zu interessieren. Gemeinsames “lesen” von Bilderbüchern findet das Baby jetzt spannend. Ein Fühlbuch leistet gute Dienste. Mit sehr viel Glück beginnt das Baby bereits in diesem Alter mit dem Krabbeln. Spätestens dann hat das Spielecenter ausgedient.
Der Kinderwagen wird durch einen Sportwagen ausgetauscht oder umgebaut. Das Baby interessiert sich nun für alles, was draußen passiert. Die Wagenkette hat somit ebenfalls ausgedient. Stofftiere stehen weiter hoch im Kurs. Je mehr Lärm sie bei Bewegungen machen, desto höher stehen sie im Kurs. Das Baby ist jetzt auch für Fingerspiele zu haben. Auch “hoppe hoppe Reiter” und ähnliche Spiele werden nun interessant und bleiben es auch für viele weitere Monate. Spätestens ab diesem Alter kann ich nur empfehlen, sich intensiv mit dem Kind zu beschäftigen. Es will nicht mehr einfach nur unter einem Spielecenter abgelegt werden, sondern sich aktiv mit Mama und Papa oder den Geschwistern beschäftigen. Allerdings sollte man darauf achten, dass man das Baby nicht “bespielt”, sondern die aktive Rolle bei dem Baby verbleibt und man selbst nur Impulse bzw. die grobe Ausrichtung bietet. Damit gibt man dem Kind die Möglichkeit, sich selbst zu entwickeln.
Ich wünsche allen viel Spaß beim Spielen!



