Sylvia

Zuhause nur Geschrei?

Manche Eltern sehen sich völlig verzweifelt einem Baby gegenüber, das jede Kleinigkeit mit lautem Geschrei kommentiert. Wickeln, waschen und anziehen werden da schnell zur Qual und auch sonst überwiegt das Geschrei dem Lachen.

Ganz ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass sich dieser Artikel nicht mit dem typischen “Schreibaby” in den ersten Lebensmonaten beschäftigt, das wegen Blähungen etc. schreit. Mir geht es hierbei vielmehr um die Babys, die bereits ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit zeigen und mind. 3 Monate vielleicht sogar eher mind. 6 Monate alt sind.

Auch unser Sohn neigt dazu, seine Stimmungen sehr deutlich und je nach Anlass auch mit der entsprechenden Lautstärke zu zeigen. Wir haben dabei mit den folgenden Vorgehensweisen gute Erfahrungen gemacht:

  • Beim Wickeln ein Lied singen, das voll von Mimik/Gestik und Lauten ist. Unser Sohn bevorzugt „Große Uhren machen tick-tack…“. Es lenkt vom Wickeln ab und leistet ab dem 3. Monat gute Dienste.
  • Beim Wickeln mit einbeziehen, „Beine hoch“, „Brücke machen“ etc. bindet das Baby ein und es langweilt sich nicht auf dem Wickeltisch. Das funktioniert aber erst so ab dem 8. Monat.
  • Beim Wickeln ein Lieblingsspielzeug in die Hand geben, oder eines, dass die volle Aufmerksamkeit erfordert (z.B. Taschentuchpackung).
  • Anziehen ist wohl bei fast jedem Baby ein Problem. Mit Gestik und Mimik braucht man hier nicht zu kommen, das Baby sieht uns ja zeitweise nicht. Hier hilft nur viel Ruhe. Langsam ausziehen, langsam anziehen, vielleicht erklären, was man tut. Mit langsamer und ruhiger Stimme. (z.B. „Jetzt kommt die Socke – und schwupp jetzt ist er auf dem Fuß.“) Bei Kleidungsstücken, die über den Kopf gezogen werden, „Kuckuck“ oder „Wo ist das Baby?“ rufen und „Ah – da ist es ja!“ sobald der Blickkontakt wieder hergestellt ist. So wird das Anziehen zu einem Spiel. Bei manchen Babys hilft auch ein ruhiges Lied.
  • Herumtoben mit den Eltern ist wichtig. Mindestens einmal am Tag sollte man sich die Zeit nehmen und ausgiebig mit dem Baby spielen. Ein Spiegel ist dabei meistens ein zusätzlicher Spaßmacher.
  • Geschrei mit Tränen? Immer sofort auf den Arm nehmen. Babys Problem sollte uns immer wichtig sein und wenn die Ursache noch so nichtig ist. Einmal intensiv trösten und dann ablenken.
  • Worüber kann sich der kleine Erdenbürger am meisten erfreuen und so richtig nach Herzenslust lachen? Das sollte man als Eltern wissen und wenn das nicht der Fall ist, herausfinden. Sobald man es weiß, jeden Tag einmal praktizieren. Das kann das eigene Spiegelbild, ein auf und abspringender Langohrhase oder ein Grimasse schneidender Vater sein. Da hat jedes Kind seine eigenen Vorlieben und die gilt es herauszufinden.

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