06.03.2009
Gut vorbereitet nach dem Elternjahr zurück in den Job
Viele Mütter (oder auch Väter) nehmen zur Zeit ein Elternjahr und wollen dann zurück in das Berufsleben. Da auch meine Planung dies vorsieht, habe ich bereits früh angefangen, mir hierzu Gedanken zu machen.
Mir war es vor allem wichtig, dass der Schritt von 100% Mami auf 100% Kindergarten für das Kind nicht zu hart wird. Außerdem wollte ich nicht den Anschluß zum Berufsleben verlieren. Wir haben uns daher bereits ab der Geburt viele Gedanken gemacht und sind viele kleine Schritte gegangen, an denen wir Euch hier teilhaben lassen wollen.
Schritt 1 – Mama und Papa sind gleichberechtigt
Mama und Papa sind von Geburt an an der Babypflege beteiligt und gleichwerte Ansprechpartner für das Baby.
Schritt 2 – Arbeitskollegen von Anfang an einbinden
Meine Arbeitskollegen wurden ebenso wie alle Verwandten und Freunde mit einem Babygruß bedacht und so über die Geburt informiert.
Schritt 3 – Nicht nur Mama und Papa sind für das Baby da
Bereits ab der dritten Lebenswoche wurden die Großeltern bei Bedarf mit einbezogen und das Kind anfänglich für 30 min, mit einer stetigen Steigerung der Zeitdauer, in deren Obhut gegeben.
Schritt 4 – Gleichaltrige Babys entdecken
Babygymnastik und Co. Ab dem 2. Lebensmonat sind wir regelmäßig zur Babygymnastik bzw. zur Babymassage gegangen. In einer kleinen Gruppe von bis zu 5 Babys hatte unser Sohn hier erste Kontakte zu Gleichaltrigen, was ihm immer wieder Anlaß zu freudigem Quietschen gab.
Mamitreff. Aus Geburtsvorbereitungskurs oder Rückbildungsgymnastik hat sich eine feste Gruppe gebildet, die sich regelmäßig mit Babys trifft. Dies hat den gleichen Effekt wie die Babygymnastik.
Schritt 5 – Freiräume schaffen
No entertainment. Wir haben bei unserem Sohn regelmäßig die “No-Entertainment-Methode” angewandt, die ich in Kürze in einem separaten Artikel vorstellen möchte. Dies verschafft ebenso wie die Schlafenszeiten des Babys Freiräume, um vielleicht verborgene Fremdsprachenkenntnisse wieder an das Tageslicht zu holen oder das ein oder andere Telefonat mit den Arbeitskollegen zu führen, um zu wissen, was dort vor sich geht. Ich empfehle, den Telefonaten einen rein privaten Charakter zu geben und berufliche Dinge nur nebenbei zu fragen.
Freier Abend für Mama (oder Papa). Wer sich zusätzlich weiterbilden möchte, dem empfehle ich baldmöglichst damit anzufangen. In Absprache mit dem Partner findet sich bestimmt eine Möglichkeit, einen Kurs zu besuchen, wenn der andere da ist und auf das Kind aufpassen kann. Wer hier keinen Bedarf sieht freut sich sicher über einen freien Abend z.B. für einen Kinobesuch mit der besten Freundin (oder einem guten Kumpel).
Schritt 6 – Babysitter, die erste fremde Bezugsperson
Babysitter. Einmal pro Woche kommt abends ein Babysitter zu uns ins Haus. Unser Kind hat sich schnell daran gewöhnt, dass es einmal wöchentlich von einer weiteren Bezugsperson ins Bett gebracht wird. Wir haben damit angefangen, als unser Sohn ca. 3 Monate alt war und es hat nicht nur unserem Kind, sondern auch uns gut getan. Inzwischen ist dies zu einer von allen liebgewonnenen Routine geworden. Unser Sohn genießt die “elternfreie Stube”, immerhin darf er einmal wöchentlich länger spielen und freut sich jedesmal sichtlich wenn es am Donnerstag Abend klingelt und das inzwischen bekannte Gesicht erscheint.
Schritt 7 – Spielen mit anderen Kindern lernen
Krabbelgruppe. Ab ca. 4 Monate wird die Krabbelgruppe interessant. Während bei Babygymnastik und Mamitreff vor allem noch ein Kontakt von Mama zu Baby existiert, gehen die Babys in der Krabbelgruppe mit zunehmendem Alter aufeinander zu und spielen miteinander. Die Situation ähnelt sich der des Kindergartens zunehmend, allerdings mit dem Unterschied, dass die Mütter dabei sind.
Schritt 8 – Rückkehr in den Beruf vorbereiten
So ca. zwei, drei Monate vor der Rückkehr in das alte Berufsleben empfehle ich, wieder mit dem Arbeitgeber einen offiziellen Kontakt aufzunehmen – mit dem bisherigen Vorgesetzten oder der Personalabteilung oder vielleicht auch gleich mit beiden.
Schritt 9 - Kontakt mit den Arbeitskollegen
Gleichzeitig kann ein jetzt intensiverer Kontakt zu den alten Arbeitkollegen – sofern man in die alte Abteilung zurückkehrt – von Vorteil sein. Dann wissen diese aus ersten Hand (und nicht erst vom Chef), wann die Kollegin oder der Kollege wieder da sein wird.
Schritt 10 – Einstieg in den Kindergarten und Rückkehr in den Beruf
Der letzte und vielleicht auch einschneidendste Schritt ist wohl die Eingewöhnungsphase des Kindergartens. Die beginnt bei uns in den nächsten Tagen. Ich denke, wir sind gut vorbereitet und unser Kind wird die Atmosphäre dort nicht als fremd und angsteinflößend, sondern als neu und faszinierend erleben. Bei einer ersten Kindergartenbesichtigung wäre uns unser Sohn fast vom Arm gerutscht. Er zeigte keinerlei Verständnis dafür, dass alle anderen Kinder auf dem Boden spielen durften und nur er auf dem Arm herumgetragen werden sollte. Eltern können ganz schön nerven!
In diesem Sinne drücke ich allen Eltern (und auch uns) die Daumen, dass der Einstieg in den Kindergarten und die Rückkehr in den Beruf nach dem Elternjahr stressfrei abläuft. Ein kleiner Tipp für den ersten Arbeitstag: ein paar Süßigkeiten oder ein bißchen Gebäck (vielleicht selbst gebacken) für die Kollegen kann den ersten Arbeitstag versüßen!
Wir wünschen gutes Gelingen!
Mütter, die nach der Rückkehr in das Berufsleben Gleichgesinnte bzw. ein Netzwerk suchen, finden all dies beim Verband berufstätiger Mütter, über den ich in Kürze berichten möchte.




[...] gibt hilfreiche Tipps, wie frau bzw. man sich auf die Rückkehr in den Job nach der Elternzeit vorbereiten und die sogenannte Babyfalle vermeiden kann, ein wichtiges Thema – [...]