Sylvia

No-Entertainment-Methode

Die No-Entertainment-Methode verschafft Müttern zuhause kleine Freiräume, in denen Haushalt und Co. erledigt werden können und gleichzeitig lernt das Kind, sich selbst zu beschäftigen.

Gelesen hatte ich hiervon in der Zeitschrift “Welcome to the family”, Ausgabe Herbst/Winter 2008, dem Magazin von baby-walz. Hier wurde in dem Artikel “Baby-Glück mal zwei” auf die besonderen Probleme von Zwillingseltern eingegangen und diese Methode erwähnt. An dieser Stelle bin ich zum ersten Mal auf diese Methode aufmerksam geworden und habe sie – auch ohne Zwillingspärchen – für mich und meinen Sohn entdeckt.

Doch worum geht es hierbei und wie praktiziert man sie? No entertainment bedeutet, wie der Name schon sagt, dass es für das Kind kein “Animationsprogramm” gibt. Vielmehr soll sich das Kind in dieser Zeit selbst beschäftigen. Natürlich kann es sich auch dazu entschließen, die Zeit ganz oder zeitweise zu verschlafen. Das bleibt dem Kind überlassen. Natürlich heißt das nicht, dass man das Kind länger alleine in der Wohnung oder in einem separaten Raum allein lassen sollte. Ganz im Gegenteil, kann ich nur empfehlen, das Baby immer in Sichtweite zu haben und jedes Babygeschrei zum Anlaß zu nehmen, um nach dem Rechten zu sehen. Schnell wird das Kind lernen, dass Mama da ist, wenn sie gebraucht wird, aber auch wieder ihrer eigenen Beschäftigung nachgeht, wenn man einen “blinden Alarm” produziert hat und es keinen weiteren Handlungsbedarf gibt. Hilfreich können feste Zeiten (z.B. am Vormittag von 10 bis 12 Uhr) sein. Dann kann sich das Kind am einfachsten daran gewöhnen. Außerdem sollte man sicherstellen, dass das Kind an seinem Spielort keinen Gefahren ausgesetzt ist. Dann wird das Kind schnell die Möglichkeit, selbst und frei über sein Spiel oder auch Schlafenszeiten zu entscheiden, genießen.

Unser Sohn spielt in diesem Zeitraum oft in seiner Spielecke im Wohnzimmer, hin und wieder auch in seinem Kinderzimmer. Abwechslungsreiche (aber nicht zu viele) Spielsachen stehen ihm dafür zur Verfügung.

Den gewonnenen Freiraum nutze ich insbesondere für abwaschen, Wäsche waschen, kochen etc. Das bedeutet, dass ich schon mal kurz die Wohnung verlasse, um z.B. im Keller die Waschmaschine anzumachen. Wenn Kind und Mutter erst einmal an die No-Entertainment-Methode gewöhnt sind, kann sich die Mutter darauf verlassen, dass das Kind während der kurzen Abwesenheit, problemlos weiterspielt. Gleichzeitig wird die Mutter mit der Zeit die Routine und Ruhe haben, dass sie nicht bei jedem Gang in den Keller ein schlechtes Gewissen bekommt, sondern vielmehr stolz auf das doch schon verhältnismäßig selbstständige Kind ist.

Ich möchte aber unbedingt davor warnen, die Wohnung für einen längeren Zeitraum, z.B. für einen Einkauf zu verlassen. Hat das Kind in diesem Zeitraum tatsächlich mal ein Problem (ist z.B. hingefallen und hat sich weh getan) und ist die Mutter nicht kurzfristig wieder verfügbar, kann dies möglicherweise zu einem Vertrauensproblem seitens des Kindes führen und die No-Entertainment-Methode wird möglicherweise so ohne weiteres nicht mehr funktionieren. Ein Verbleiben in Hörweite ist daher IMMER ratsam.

Doch wie gewöhnt man das Kind an diese Methode? Ein möglichst früher Start ist von Vorteil. Ist das Kind schon einige Monate alt und an ein umfangreiches Animationsprogramm seitens der Mutter gewöhnt, empfehle ich die Zeitdauer des “Sich-selbst-überlassens” erst sehr kurz zu wählen und langsam zu steigern.

Ein Kommentar zu “No-Entertainment-Methode”

  1. Melleam 05.05.2009 um 19:49

    Mein Sohn ist drei Monate und ich leg ihn schon seit längeren in sein Laufgitter zum spielen,sonst würde ich zu gar nichts kommen.Ich find das super,vorallen für den Kleinen.

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